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10 Anmerkungen zum 15″ MacBook Pro (2016)

Seit gut einem Monat arbeite ich nun mit dem neuen MacBook Pro aus 2016. Erster Eindruck: “Wow!” – “Wie schmal es ist!” – “Das große Trackpad” – “Haha, nur noch 4 USB Typ C” usw.

Beeindruckt war ich von der Dünne des Bodys, dem schmalen Bildschirmrahmen, den flachen und größeren Tastaturen, der Farbe Darkgrey und natürlich dem riesigen Trackpad, was die doppelte Größe des Alten misst.

In dem Artikel möchte ich auf meine ersten Eindrücke eingehen, die ich in den vergangenen Wochen gemacht habe und vorab: Es waren mehr Wehwehchens als Freudentränen.

  1. Das Trackpad
    Wie schon gesagt, es ist riesig und doppelt so groß wie das Alte. In der Grafik sieht man, dass es bis an die untersten Tasten reicht. Da mein Daumen nahezu dauerhaft auf der Apfel- aka Command-Taste liegt, kam ich am Anfang öfter auf das Trackpad. Der Clou an der Geschichte: Die oberen beiden Ecken sind erst ab einem bestimmten Radius berührungssensitiv. Dennoch kam es nicht selten vor, dass mein Maus gesprungen ist.

  2. Die Pfeiltasten
    Im Vorgängermodell sind die Pfeiltasten gleich groß, sodass oberhalb der Links- und Rechts-Tasten das blanke Aluminium ist. Im Neuen sind diese beiden allerdings identisch groß mit den beiden übereinanderliegenden Oben- und Unten-Tasten. Auch hier sorgte es anfangs für viel Verwirrung beim blinden Orientieren der Tastatur.

  3. Die flachen Tasten
    Aufgrund der Dünne des Bodys mussten auch die Tastaten schmaler werden. Der Druckpunkt ist etwas härter, die Tasten wirken dadurch auch etwas steifer bzw. direkter, was mit der Zeit aber recht angenehm ist. Der Klicksound ist demnach auch dumpfer.

  4. Die fehlenden Anschlüsse
    Das erste Meeting beim Kunden und ich griff selbstverständlich zum HDMI. Schlecht nur, dass vier USB Typ C-Stecker da nicht mitspielen. Also Adapter rangeholt, was anfangs mega lächerlich erscheint, schlussendlich und auf lange Sicht hingegen der richtige Schritt ist. Der Adapter kostet zusätzlich 39 Euro und bietet Platz für einen normalen USB-, ein Lightning- und entweder VGA- oder HDMI-Port.

  5. Das Ladekabel
    Wie oft hat uns der magnetische MagSafe Power Adapter den Arsch und horrende Reperaturkosten erspart, wenn der Fuß sich im Netzteil verfangen hat und mit einem *Flups* lediglich und ausschließlich das Kabel zu Boden fiel? Und heute? Bombenfest steckt das Teil und ich warte nur auf all die Hassnachrichten, wenn sämtliche Geräte den Fußboden küssen. Vorher brauchte ich das magnetische Ende nur in die Nähe des Ladeports halten und es suchte sich seinen Weg. Heute muss man direkt hinsehen und genau treffen. Beim Rausziehen benötigt man einen leichten Ruck. Wenn da mal nicht noch ein Glas in der Nähe steht.

    Alternative: https://griffintechnology.com/intl/breaksafe-magnetic-usb-c-power-cable

  6. Die Touchar
    Puh … als ich die Touchbar das erste Mal bei der Präsentation sah, konnte ich mir noch keinen Reim auf die Alltagstauglichkeit bilden. Und heute?

    Wie in der Einleitung schon geschrieben, wechselt mein Daumen dauerhaft zwischen Command und Leertaste. Mein Ringfinger deckt die obere F-Leiste ab. Oft liegt mein Finger auf der ESC-Taste und wartet auf seinen Einsatz. Und nun, bei dem touchsensitiven ESC? Absoluter Reinfall, denn ständig werden somit Vorgänge beendet oder aktive Elemente abgebrochen. Außerdem muss ich öfter hinsehen, damit ich treffsicher bin. Nicht selten hinterlässt der Druck auf den touch-ESC ein Gefühl der Ungewissheit, ob man trifft und das kostet im Alltag Zeit und Nerven. Zwar nur Sekunden, aber es ist ärgerlich.

    Rechts oben befinden sich die “Tasten” für Helligkeit, Laustärke, Stumm und Siri. Jeweils nur ein Element. Möchte man die Helligkeit oder Tastatur verändern, klickt man entweder einmal drauf und “sucht” dann weiter auf dem Schieberegler oder man hält den Finger drauf und schiebt den Finger nach links oder rechts. Letzteres funktioniert erstaunlich gut und nach etwas Umgewöhnung wäre das mein erster Daumen hoch für die Touchbar. Allerdings kann ich selbst nach einem Monat noch nicht die Lautstärke- und Stummtaste auf die Schnelle unterscheiden und sitze millisekunden da und komme tatsächlich ins Grübeln.

    Was gibt es sonst zu bieten? Einige Apps wie Apple Mail, Safari oder auch Bohemian Sketch bieten bereits Support an. Man erhältet kontextsensitiv Werkzeuge, um zum Beispiel Texte zu formatieren, Elemente zu bearbeiten, Aktionen auszulösen oder im Safari zu den Favoriten zu gelangen bzw. zwischen den geöffneten Seiten zu wechseln. In Spotify kann man entweder auf einem riesigen Schieberegler innerhalb eines Liedes navigieren oder die Lautstärke anpassen, vor- und zurückspulen. Alles ganz nett, aber kaum im Einsatz bei mir.

  7. Die TouchID
    Endlich eine Funktion, die es auf das MacBook Pro geschafft hat. Vom iPhone (oder anderen Smartphones mit Fingerabdruckscanner) ist man bereits verwöhnt und spart sich das Eingeben von Passwörtern. Auf dem Laptop muss man lediglich beim Neustart das Passwort eingeben – dann aber selbst beim Kauf von Artikeln im App Store nicht mehr. Ziemlich cool und ich spare mir beim schnellen Auf- und Zuklappen das Alphabet an Passwort.

  8. Der Akku und die Wärmeentwicklung
    Erschreckend ist, dass der vollgeladene Akku ohne Netzteil nicht lange klar kommt. Nach etwa zwei bis drei Stunden arbeiten und via Kopfhörer Musik hören brachte das gute Stück fast auf Null. Das ist lächerlich wenn ich bedenke, dass mein Vorgängermodell zwei Stunden am HDMI einen Film übertragt und danach noch 80% Saft drauf hat. Außerdem ist die Wärme (bzw. Hitzeentwicklung) so massiv, dass man sich nahezu die Finger verbrennt.
  9. Das Apfel-Logo
    Der erste Apfel-Laptop ohne leuchtendes Logo. Die Zeit des Hypes ist meiner Meinung nach vorbei, weswegen der nun glänzende Apfel in meinen Augen keinen Unterschied macht, zumal man ihn selbst nicht sieht.

  10. Nörgeln auf hohem Niveau
    Wir reden von einem Gerät, dass etwa 3500 Euro kostet und im Verhältnis zum Vorgänger, der weniger Schwächen hatte, nun deutlich mehr Fehler aufweist. Ein kleines Beispiel ist auch der minimale Größenunterschied zwischen den originalen Kabeln: Netzteil und Adapter. Die Steckerköpfe sind nahezu identisch, unterscheiden sich allerdings um etwa ein bis zwei Millimeter in der Länge. Das mag für manch einen lächerlich klingen, doch es lässt die Frage offen, wie es an der grundsoliden Perfektion solche Fehler geben kann.

Fazit
Das neue MacBook ist optisch auf jeden Fall ein Augenfang und deutlicher Sprung zur Vorgängerserie. Hier wird klar, dass Designer all ihr Herzblut in dem darkgrey Aluminiumbody gesteckt haben. Funktional lässt sich hingegen über das Umdenken der Anschlüsse und Touchbar streiten.

Mein ganz persönlicher Eindruck liegt zwischen anfänglicher und noch anhaltender Enttäuschung mit zeitgleich steigendem Optimismus. Wenn man ehrlich ist und in die Vergangenheit sieht, gab es bei neuen Formaten – als Beispiel der Wechsel von VHS auf DVD auf Bluray oder Vinyl auf Kassette auf CD auf MP3 – immer Umgewöhnungen, Investitionen in neue Geräte usw. Wenn man auf die nächsten Jahre schaut, wird die Welt hoffentlich kabelloser sein. Mit den Airpods parallel ein Schritt in eine für mich perfekte Zukunft. Denn ich habe einen extrem ausgeprägten Hass auf Kabel.